Auch in schlechten Zeiten diszipliniert handeln

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    • Auch in schlechten Zeiten diszipliniert handeln

      Hallo Zusammen,

      Ich bin zwar noch ein" "Trading-Neuling", aber würde trotzdem gerne meine aktuelle Grundeinstellung zum Thema Trading mit euch teilen.
      Ich vergleiche gerne das Trading mit Leistungssport. Ich selber betreibe seit mehreren Jahren Kraftsport. Am Anfang denkt man: Kurz mal in die Muckebude, Eiweißshakes und der Beachbody sieht man sicher nach paar Wochen. ;)
      Man ist schon ein Monat im Fitnessstudio, 4 mal die Woche jeweils 2 Stunden....nix passiert. Im Internet schaut man sich Videos an und trainiert die Übungen einfach nach. Man trainiert unsauber und mit dem falschen Gewicht, hat kein Plan welchen Ernährungsplan man wählen soll und ist nach wenigen Monaten regelrecht frustriert und behauptet dass sein Körper nicht dafür gemacht ist.
      Auch mir ist es so ergangen, bis ich anfing die Materie Muskelaufbau aus der Theorie zu erforschen. Ich habe unzählige Stunden verbracht mich mit bio-chemischen Prozessen im Körper, sauberen Übungsausführungen usw zu beschäftigen.
      Ich habe die Übungen mit peinlich kleinen Gewichten geübt bis sie sauber ausgeführt wurden, meine Ernährung habe ich auf mich angepasst, ich habe kein Tropfen Alkohol getrunken und und und. Disziplin war das A und O!!!
      Die Leute haben mich immer gefragt warum ich nur so ein Unsinn mache.
      Nach ca. 2 Jahren (alles ohne Coach) haben mich die Leute dann gefragt wie ich das gemacht habe. ^^

      Um es aufs Trading zu übertragen:
      Am Anfang habe ich gedacht nach paar Monaten davon leben zu können. Doch so einfach ist es natürlich nicht. :rolleyes:
      Man muss die Theorie kennen, das Trading auf sich anpassen und alles diszipliniert umsetzen. Fachlich unkorrektes Verhalten (handeln ohne Signal, falsche Positionsgröße, falsche Stoppsetzung usw.) sind ein absolutes Tabu.

      Ich hatte die letzten Wochen liefs bei mir richtig besch... Es waren berwiegend fachlich korrekte Fehltrades (bei zweien hatte ich die Trendgröße übersprungen :( )
      Einmal waren es soagr 19 hintereinander || aber ich habe nichts verändert und diszipliniert weitergehandelt. In dieser Woche hatte ich jedoch mehrere gute Trades, sogar 2 Monstertrades, die die ganze Drawdownphase wieder ausgeglichen haben und ein Gewinn noch dazu. Durch den Kraftsport habe ich gelernt was diszipliniertes Verhalten wirklich bedeutet und werde es auch beim Trading anwenden.
      Ich hoffe ich habe den ein oder anderen dazu motivieren können, auch bei schlechten Phasen den Glauben an sich und sein Handeln (profitables Handelssystem vorausgesetzt) nicht zu verlieren und mit Disziplin weiterzumachen!!!
      Man kann vieles erreichen, wenn man dran glaubt ;)

      Gruß Adrian

    • Naja also Disziplin ist das A und O. Das ist ganz offenkundig so. Es gibt einerseits diese Tradertypen, die militärisch ausgebildet sind und dies dann erfolgreich auf ihr Trading übertragen können. Einfach, weil sie den bedingungslosen Gehorsam gewohnt sind und es 1000fach trainiert haben, wie man sich an Regeln hält, ohne diese zu hinterfragen.

      Jemand, der solche oder ähnliche Ausbildung oder Erfahrung nicht hat, hat es ungleich schwerer. Denn an dem Stadium der Selbsterkenntnis, dem dann folgenden Erstaunen und Erschrecken, zu welchen Untaten man selbst fähig ist, daran kommt sowieso niemand vorbei. Und wer es dann schafft, sich einzugestehen, dass der einzige Ausweg aus diesem Dilemma die Selbsterziehung ist, der versteht auch ganz schnell wie wichtig Disziplin ist. Und schon beneidet er Soldaten/Polizisten/Leistungssportler etc.

      Viele ziehen sich auf hohe Trendgrößen zurück, auf langsamer laufende Sushi-Laufbänder. Und sie machen das ganz richtig so, denn auch das ist eine Möglichkeit, die notwendige Disziplin einzuhalten.

      Der Vorteil deiner Herangehensweise, @Adrian, liegt nicht automatisch im daraus resultierenden Erfolg beim Handel, aber so ist es sehr direkt zielführend. Denn solange du wirklich eisern ein bestimmtes System handelst und dokumentierst, solange kann dir das nicht passieren, dass du beide Baustellen (Selbstdisziplin und Handelsstil) miteinander vermengst, irgendwo nachlässig wirst, Ereignisse verdrängst usw... so wird eine Dokumentation richtig wertvoll.
    • Hallo Adrian,

      die Geschichte mit den Fehltrades fand bei mir in den letzten Wochen genau so statt. Ich merkte, dass es an meiner Überzeugung zu knappern anfing und fragte mich, was ich "falsch" machte. Das Resultat: Ich hatte ebenfalls Trendgrößen übersprungen ohne es zu merken, und 1 sehr gutes Ergebnis (von den vielen negativen) war letztens Endes nur "Glücksache". Aber immerhin komme ich nun wieder langsam vorwärts.

      Was mir auch geholfen hat, war mich an meine alten Regeln zurück zu erinnern. Wie es Voigt im "Der Händler" Band 4 bspw. schreibt, führt ein Trade quasi dazu, das alte Trades und deren Erkenntnisse schnell in Vergessenheit geraten. Und ist man erst einmal auf dieser Schiene wieder gefangen, schleichen sich ruck zuck wieder kleine Fehler ein... .

      Insofern hat mir mein Tradingtagebuch schon mehrfach geholfen und das ein oder anderen Video von bspw. Mario Lüddemann auf Youtube ;) - Stichwort Gleitender Durchschnitt etc.

      Was für mich auch neue Erfahrungen waren: Mehr Kapital (durch Einzahlungen) zur Verfügung zu haben und entsprechend "mehr" riskieren zu können (ich riskiere pro Trade im Schnitt 0,7 %). Seit meiner letzten Einzahlung im März ging es mit dem Konto aufgrund von mehreren gleichzeitigen Fehltrades fast nur noch bergab... :(

      Ebenfalls ermutigend war für mich das Youtube Video von Schäfermeier ( ) Stichwort: Träumer zu sein.

      Trading ist ein knallharter Job, ich bin ein sehr geduldiger Mensch, dennoch merke ich immer wieder, wie viel Geduld das Trading einem abverlangt ;)

      Grüße,
      Martin.
    • Danke erstmal für euer Feedback.

      Mir ist aufgefallen, dass ich natürlich ein ganz wichtiger Punkt vergessen habe:
      Dass man aus seinen Fehlern lernt. Wie bei jedem neuen "Projekt", dass man sich autodidaktisch beibringt macht man am Anfang viele Fehler. Wichtig ist dass man diese Fehler erkennt, nach Lösungen sucht und diese dann testet.
      Da ist ein Tradingtagebuch echt Gold wert!! Eines der ersten Anschaffungen bei mir war ein solches Heftchen :)
    • Jeder kann es lernen, wenn er Anfängt sich mit der Materie tatsächlich zu beschäftigen! Stichwort: Was ist ein echter Trend!
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      I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed.
      Michael Jordan


      Nicolas S - Berufshändler
      instagram.com/nicolas_freigeist/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nicolas S ()

    • Mein Rekord bisher: 41x ausgestoppt in Folge.

      Mein Risk/Trade war am Ende nur noch 0,1% vom Konto. Am Ende war ich sogar soweit, dass ich wieder auf Demo umgestiegen bin und selbst dort wurde ich weitere 12x (zählen nicht zu den 41x) ausgestoppt.

      Das war mein absoluter Rekord bisher. Seit dem weiß ich auch, warum es nur so wenige schaffen. Das sind emotionale "Schmerzen", die man erst einmal meistern muss.

      Ich durfte auch mal mit einen Trader real live kennelernen, der sage und schreibe 6 Monate am Stück nicht einen einzigen Plustrade hatte. Keine Ahnung wie er das überlebt hat.
    • Ausgestoppt auf mindestens Einstand, also kein Profit.

      Mein damailiges Setup hatte ich mit 0,8% vom Depot/Trade gehandelt. Ich bin mit dem Risk immer weiter runter, bis ich, wie gesagt, bei 0,1% war. Monetär war es also alles kein Beinbruch.

      Aber seinem Setup "treu" zu bleiben und nicht rumzutüfftlen, dass war schon eine echte Herausforderung und ich bin teilweise mental richtig ins Wanken gekommen.
    • Wie soll das langfristig als profitable Geldanlage dienen können? Disziplin hin oder her, niemand kann die Zukunft voraussagen. Das einzige was du tun kannst, ist dein Portfolio auf alle Eventualiäten vorzubereiten. Das ist etwas, was kurzfristige Trader oft komplett ausblenden, warum auch immer. Schau dir den Managed Account von Lüddemann an. Ich hätte wirklich einen Teil meines Geldes investiert, wenn das Ding vernünftig gelaufen wäre. Aber es ist so wie es immer ist, Backtest ist eben nicht realität (Die Zahlen liegen übrigens bei Cap offen, sodass sich jeder ein eigenes Bild machen kann) Und wenn die "Großen" es nicht hinkriegen, wie sollen es die Kleinen bzw Einsteiger schaffen?
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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      www.boersenlehrling.de
    • Der ist übrigens auch einer meiner Favoriten. Bodenständig, solide und kein Hafensänger. Er musste aber auch im Rahmen seiner Live-Challenge ab März Einbußen wegstecken.

      Zu Voigt:
      Das Problem ist schlichtweg, selbst wenn man die Bücher gelesen UND verstanden hat, wird man nur schwer Geld damit verdienen können. Und das ist der Knackpunkt, der mich bei Büchern dieser Preisklasse erheblich nervt. Und der Grund ist ziemlich banal: Jemand der 2 Tage vor dem Zusammenbruch 2008 sein Geld in den S&P investiert hätte, wäre heute besser dran, als 96% der Daytrader... Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen... Daher kann man sein Leben lang probieren zu den 4% zu gehören... Oder man schwimmt einfach abgesichert auf der Welle des Marktes und hat 96% mehr Freizeit für andere Projekte.
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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    • Ned Kelly schrieb:

      41 x in Folge nichts verdient, das muss man erstmal hinkriegen. Warum solch einem "Setup" treu bleiben?

      Es war damals (2012) tatsächlich ein erstes ernsthaftes Beben, dass dem Setup seine Grenzen aufgezeigt hatte. 2 Jahre später funktionierte das Setup gar nicht mehr. Die Märkte hatten sich einfach geändert. Das war das einziges Setup, dass ich bisher ever irgendwo gesehen habe, dass im 1Min Linienchart funktioniert hatte.
    • Spinshot schrieb:

      Der ist übrigens auch einer meiner Favoriten. Bodenständig, solide und kein Hafensänger. Er musste aber auch im Rahmen seiner Live-Challenge ab März Einbußen wegstecken.

      Zu Voigt:
      Das Problem ist schlichtweg, selbst wenn man die Bücher gelesen UND verstanden hat, wird man nur schwer Geld damit verdienen können. Und das ist der Knackpunkt, der mich bei Büchern dieser Preisklasse erheblich nervt. Und der Grund ist ziemlich banal: Jemand der 2 Tage vor dem Zusammenbruch 2008 sein Geld in den S&P investiert hätte, wäre heute besser dran, als 96% der Daytrader... Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen... Daher kann man sein Leben lang probieren zu den 4% zu gehören... Oder man schwimmt einfach abgesichert auf der Welle des Marktes und hat 96% mehr Freizeit für andere Projekte.
      Das heißt Du hast die Trading Setups von Voigt eine ausreichende Zeit durchgehandelt und statistisch ausgewertet? Was war denn dein Ergebnis davon?

      Ich habe mir eben ein paar Deiner Video angesehen. Tesla im Portfolio zu haben, einfach weil Musk ein Visonär ist oder VW, weil die Restrukturierung irgendwie erfolgreich sein wird, hat ja eher weniger mit Trendhandel zu tun. Deshalb meine Frage.