Preismanipulation

    • Preismanipulation

      Hallo zusammen,

      was haltet Ihr von dem Artikel?
      goldseiten.de/artikel/294203--…er-Edelmetallmaerkte.html

      Mir kommt es dabei nicht speziell auf diesen Artikel an. In Summe begegnet mir das Thema auf verschiedenste Weise zur Zeit immer häufiger. In der Wirtschaftswoche habe ich ebenfalls von 5 Verfahren gelesen, die gegen große Banken geführt werden, wegen Goldpreismanipulation.

      Also um das Ganze mal zu entschärfen. Wenn der Mensch an sich die Macht hat, dann nutzt er sie auch sehr gern. Somit wäre das keine besondere Meldung, sondern eben eigentlich Standard, da muss sich jeder selbst hinterfragen.

      Auf der anderen Seite überlege ich mir, wenn man davon ausgeht, dass alle Märkte nicht gänzlich sauber sind, ob unbedingt ich mich als kleiner Nullchecker zwingend in einem Markt aufhalten sollte, der vielleicht noch etwas unsauberer ist als die anderen?
    • Kentucky schrieb:

      "Auf der anderen Seite überlege ich mir, wenn man davon ausgeht, dass alle Märkte nicht gänzlich sauber sind, ob unbedingt ich mich als kleiner Nullchecker zwingend in einem Markt aufhalten sollte, der vielleicht noch etwas unsauberer ist als die anderen?

      "Sauber" ist ein dehnbarer Begriff. Wäre schön, wenn alle Märkte "sauber" verlaufen würden, dann kündige ich meinen Job und brauche mich mit der Markttechnik nicht auseinander setzen. Ich mache mir echt keine Gedanken darüber, ob die Märkte manipuliert werden. Eins ist sicher, es gibt Trends, in jeder Trendgröße und diese möchte ein Markttechniker ausnutzen. Der ganze fundamentale Kram interessiert mich nicht besonders und bringt in meinen Augen nicht viel. Es sein denn man möchte investieren und Werte ein paar Jährchen halten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Björn () aus folgendem Grund: Zitat korrigiert

    • Die Märkte werden nicht manipuliert (wie soll das auch gehen da ruft der Head of Trading von Trailstone mal bei der Börse an und sagt;" ej du veränder mal das Buch so das xyz gleich fällt"???!!!)
      Was manipuliert wird, sind Marktteilnehmer (lassen wir mal die ganzen Medien außen vor) und schauen wir nur aufs Buch.
      Da gibt es allein über 50 Ordertypen die nur von Algos verwendet werden können(ich red jetzt mal von der Eurex weil ich da die Zahlen kenn) zusätzlich gibt es die Klassiker wie Ghost orders Eisberg und co, die Jeder Insti nutzt. um in den Markt zu kommen oder aus Ihm auf leisen Sohlen wieder zu verlassen.
      Noch eine uralt Möglichkeit Marktteilnehmer wirklich zu verwirren ist einfach eine sehr große Order ins Buch zu legen (Klassiker hier ist der 200er im Dax) und sollte die Order nur angehandelt werden, wird sie sofort gelöscht. Übrigens sind an der Eurex mittlerweile mehr als 60% der Orders von Algos!

      Post Scriptum für alle die dem manipulierten Markt die Schuld geben:
      Dem Markt nur iergendeine Schuld für einen schlechten Trade zu geben weil er manipuliert worden sein soll, ist lächerlich... Zitat dazu von meinem ersten Chef:
      "du bist den Trade eingegengen und du hast Ihn beendet! Keiner hat dich gezwungen! Der Markt ist neutral er hat keine Ahnung und gar kein Interesse an dir, an deinem Gewinn oder deinem Verlust! "
    • hans von der huette schrieb:

      Die Märkte werden nicht manipuliert (wie soll das auch gehen da ruft der Head of Trading von Trailstone mal bei der Börse an und sagt;" ej du veränder mal das Buch so das xyz gleich fällt"???!!!)
      Da sich sein ursprünglicher Post auf Edelmetalle bezog, gab es sehr wohl Preismanipulationen.

      "[...] da ruft der Head of Trading von Trailstone mal bei der Börse an[...]" - Nee, wofür denn, wenn der "Head of Trading" selbst auf die Märkte Einfluss nehmen kann.

      handelsblatt.com/unternehmen/b…anipulation/14702242.html

      Ob man abseits der Edelmetalle einen Short-Squeez als Preismanipulation bezeichnet, sei jedem selbst überlassen. Jedenfalls gab es darüber in der Vergangenheit auch schon genug Schlagzeilen.

      Ich kann mich nur wiederholen: "Auch wenn etwas clever klingt, heißt es nicht, dass es richtig ist..."
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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      www.boersenlehrling.de
    • Man muss Manipulation ja auch definieren. Ich erlebe den Streit zwischen "Manipulation gibt es" und "gibt es nicht" immer auf die selbe Weise. Die Kontrahenten widersprechen sich gar nicht, ohne das sie es merken. Das liegt daran, wie man Manipulation definiert.

      Es gibt die Manipulation die bedeutet, das Kurse tatsächlich illegal, funktional, technisch und hauptsächlich ohne finanzielle Ressourcen illegal beeinflusst werden. Mit Sicherheit gibt es das, denn wo Menschen sind gibt es auch immer kriminelle Energie und zwar bei jedem. Die Deutschen betrügen ihre Versicherungen im Jahr um 7,5 Milliarden Euro. Das ist natürlich lustig, wenn man bedenkt, dass die Versicherungen auch wieder aus Menschen bestehen, die ihrerseits die Kunden um Milliarden betrügen. So betrügt einer den anderen, der eine mehr, der andere weniger. Über den Umfang der tatsächlichen und illegalen Manipulation kann man sich solange streiten, wie man es nicht beweisen kann. Klar ist, das sie da ist.

      Dann gibt es die Manipulation, welche ich selbst für viel bedeutender halte, weil sie ein System in Frage stellt, dass von sich selbst behauptet es könne nicht gerechter sein. Diese Manipulation resultiert daraus, dass eine hohe Finanzkraft auf wenige Marktteilnehmer verteilt ist. Wenn 1.000 Menschen mit 100 Euro an einem Markt handeln, dann ist er deswegen fair, weil die Kaufkraft so verteilt ist, dass keiner den Kurs zu seinem übermäßigen Vorteil beeinflussen kann. Wenn aber 990 Menschen mit 1.000 Euro am Markt handeln und 10 mit 1.000.000, dann können die 10 sehr wohl Kurse für sich vorteilhaft beeinflussen. Und mit dem Chef von "Hans von der Huette" der sagt, man müsse ja nicht mitmachen, bin nicht so ganz einer Meinung. Ich sehe das differenzierter. Zum einen verstehe ich was er meint, zum anderen bin ich Teil der Gesellschaft und das, was auf den Finanzmärkten getrieben wird, beeinflusst mein Leben sehr wohl. Im Fazit: Nur weil ich bei einer Sache nicht mitmachen muss, ist sie noch lange nicht per se erhaben über Kritik. Also ja und nein zu der Aussage.

      Ich erlebe also wie anfangs beschrieben, dass der Streit meist aus diesen 2 Punkten besteht. 1. Illegale, kriminelle Manipulation und 2. Manipulation durch extreme Konzentration von Kaufkraft auf wenige Marktteilnehmer. Dazwischen noch 50 shades of grey nicht vergessen, die Welt ist nicht schwarz-weiß.

      Nun kann man über Systeme streiten oder nicht. Ich denke dass der größte Kampf der Menschen der ist, den Eigennutzen und den gemeinschaftlichen ausgewogen zu gestalten. Zur Organisation von Gemeinschaften werden System entworfen, wie Ampeln, Gesetze und auch der Börsenhandel. Oft kann man am Anfang erkennen, dass ein gut gemeinter Gedanke dahinter stand. Nach einer Weile des Entwurfes und der Installation von Systemen, macht sich wieder der Eigennutzen breit, den kann man auch nicht abschaffen, weil er zum Menschsein gehört und ohne den auch kaum intensive Entwicklung möglich ist, glaube ich. Denn zu erst treibt doch ein jeden der Eigennutzen an und wir sind immerhin schon auf dem Mond gelandet :-).
      Auf der anderen Seite wird das Streben nach dem Eigennutzen auch immer Lücken in Systemen finden. Dann ist es an der Zeit, dass System anzupassen, wenn man denn gewillt ist den Grundgedanken heranzuziehen, der ein System vor allem zur humanen Organisation von Gemeinschaften entwickelt. Und so leben System wie auch die Menschen leben und sich verändern.

      Ich halte ohnehin nichts von Systemgläubigkeit also auch nichts von Menschen die "DEM MARKT" huldigen. Denn eines darf man nie vergessen: "Der Markt regelt sich am besten selbst" ist totaler Quatsch, wenn man bedenkt das es kein System ohne Menschen gibt, die das System erschaffen. Also wenn sich hier jemand regelt, dann die Menschen, nicht die Systeme. Systeme werden in der Regel entworfen um Gemeinschaften zu organisieren und auch anderes. Wenn ich eine Gemeinschaft organisieren will, dann immer mit dem Ansatz, der "bessere" soll mehr haben, aber allen soll es ausreichend gut gehen. Ich denke dass ist die Aufgabe von menschen entworfenen Systemen. Das Gleichgewicht zwischen Eigennutzen und gemeinschaftlichem Nutzen herzustellen.

      Fazit:
      Ich halte "das System Markt" für nicht (mehr) ausreichend human. Meiner Meinung nach konzentriert sich die Kaufkraft auf zu wenige Teilnehmer was zu einer "Art Manipulation" führt, die auch nicht gerecht/human oder dergleichen ist. In jedem Fall halte ich das entstandene Ungleichgewicht für sehr schwierig. Und um zu Thema des Threads zurückzukommen: Je mehr die Möglichkeit besteht Kurse zu "machen", von Menschen die übermäßig von Eigennutzen getrieben sind, in den unendlichen Weiten der Marktanonymität (kaum jemand würde seine liebe Oma abzocken, auch wenn es sogar solche Menschen gibt), desto tierischer muss man vor allem als Noname wie ich es einer bin, aufpassen, aber sowas von! :)

      Das enthebt mich nicht grundsätzlich aufzupassen und Dinge zu hinterfragen, in unausgewogenen Systemen aber eben ein wenig mehr ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kentucky ()