Aktien(-CFDs) in Fremdwährung - Wie wird richtig versteuert?

    • Aktien(-CFDs) in Fremdwährung - Wie wird richtig versteuert?

      Nehmen wir folgendes Szenario an:

      Am 1.2.2015 wechselt Trader X auf seinem IB Konto 10.000 EUR in USDollar um. Da der EUR/USD-Kurs 1,30 beträgt, weist das US-Dollar-Konto einen Betrag von 13.000 USD auf.

      Am 1.3.2015 kauft Trader X 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 100 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,20.

      Am 1.4.2015 verkauft Trader X die 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 110 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,25. Das US-Dollar-Konto weist einen Betrag von 14.300 USD auf.

      Am 1.5.2015 wechselt Trader X die 14.300 USD zurück in Euro. Der EUR/USD-Kurs beträgt 1,15. Das Euro-Konto weist einen Betrag von 12.434,78 EUR auf.

      Aus Vereinfachungsgründen soll ein Abgeltungssteuersatz von 25% und ein Einkommensteuersatz von 40% angenommen werden, Kommissionen und Gebühren sollen aussen vor bleiben.
      Wie wird das Szenario richtig versteuert und was bleibt nach Abzug der Steuern übrig?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von xeem ()

    • Quelle
      aktiendepot.com/devisenhandel-steuer/

      Der Trader hat einen Gewinn in Höhe von 500 Euro erwirtschaftet.
      Auf diesen Gewinn fallen 25% Ertragssteuer an. Dies sind 500*0,25=125 Euro.
      Dazu kommen 5,5% Solidaritätsbeitrag. Gerechnet wird hier: 0,055%*125,00=6,88 Euro.
      Wenn der Trader Kirchensteuer zahlt, so fallen noch einmal 8% an, es wird also gerechnet: 0.08**125 =10 Euro.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Borg ()

    • Hallo Borg,

      das was dort beschrieben ist, ist zumindest nicht differenziert genug.
      Man muss beim Forexhandel unterscheiden nach Handel mit z.B. Währungs-CFDs, dann wird nach der Abgeltungssteuer besteuert und nach dem Handel "echter" Devisen auf dem Spotmarkt, dann muss mit dem Einkommensteuersatz versteuert werden.


      Die Aussagen in diesem Topic stellen natürlich keine Steuerberatung dar und dienen nur der Meinungssammlung.

      Gibt es weitere Meinungen zum ursprünglichen Szenario?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von xeem ()

    • Interessiert mich auch. Ein ausländisches Konto hat ja in dem Fall nicht den Zweck Währungen zu handeln, sondern dient dem Zweck des CFD bzw Aktienhandels. Ob das steuerlich überhaupt relevant ist? Ich denke nicht, dass unser Steuersystem das so differenziert betrachtet.
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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    • Wenn Mr. X ein CFD-Konto in England hat und damit Gewinn macht, muss er die über Abgeldungssteuergrenze , in D versteuern ansonsten Uli H..

      Wenn er ein richtiges Forexkonto (nix CFD) sicherlich auch , aber mit seinem persönlichen Steuersatz , wenn er Einkommenssteuer zahlt wenn nicht ???? .

      Wäre da noch folgendes : Währungstausch, Beispiel eur/usd . Wenn man zu seiner Bank geht und bei einem Kurs von 1,36 , 9,999 € in US

      Dollars tauscht und dann später wieder bei einem Kurs von 1,04 zurück in € tauscht , fallen so glaube ich kein GewinnSteuer an .

      BG Borg
    • Ja, schon klar.

      Du hast nur das Kernproblem noch nicht erkannt:
      Mr X hat sein CFD Konto in USD! Er handelt CFDs und macht 1000USD Gewinn. BEVOR er den Trade eingegangen ist, stand der USD bei 1,20. NACH dem Trade steht der USD bei 1,05. Muss er das zusätzlich "gewonnene Geld" über den Währungskurs zusätzlich versteuern? Ziel war der CFD Trade, nicht der Währungstrade.

      Ich behaupte, dass das nicht zusätzlich berücksichtigt werden müsste, da das Ziel der CFD Trade mit der Absicht Handelsgewinn über den CFD-Kurs zu generieren. Das Währungsrisiko hätte ich auch, wenn ich Waren aus den USA importiere und Sie hier verkaufen will.
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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    • Spinshot schrieb:

      Ich behaupte, dass das nicht zusätzlich berücksichtigt werden müsste, da das Ziel der CFD Trade mit der Absicht Handelsgewinn über den CFD-Kurs zu generieren. Das Währungsrisiko hätte ich auch, wenn ich Waren aus den USA importiere und Sie hier verkaufen will.
      Ich hab keine Ahnung, wie das versteuert wird, aber ich würde vorsichtshalber mal davon ausgehen, dass JEDER Gewinn irgendwie zu versteuern ist. Auch wenn er quasi "zufällig" entstanden ist. So funktionieren Steuern ganz allgemein schon seit tausenden Jahren....

      Die Frage nach der Steuergerechtigkeit, die kann man allerdings schon mal stellen. Also in dem obigen Beispiel ist ja ein weiterer "unbeabsichtigter" Gewinn daduch entsanden, dass es zwischen zwei Stichtagen eine Wechselkursdifferenz gab. Davon hat der Trader in diesem Fall profitiert. Meiner bescheidenen Meinung nach können Steuern auf einen solchen "zufälligen" Gewinn nur dann erhoben werden, wenn im Gegenzug auch die entsprechenden "zufälligen" Verluste akzeptiert werden. Also wenn der Euro anstatt zu fallen derweil gestiegen wäre. Aber das ist nur so eine Vermutung, keine Aussage die auf echtem Wissen beruht.
    • @Moderatoren: Wenn es geht, könntet ihr das Topic in "Aktien(-CFDs) in Fremdwährung - Wie wird richtig versteuert?" ändern?, der jetzige Titel ist verwirrend!


      Vorab zur Motivation dieses Topic:
      Aktien und Aktien-CFDs in Fremdwährung zu handeln speziell am US-Markt liegt zunächst wegen der gegenüber den deutschem Markt meist höheren Liquidität und günstigeren Kommisionen nahe.
      Die Frage die sich stellt werden die möglicherweise höheren Gewinne durch eine höhere Besteuerung wieder aufgezehrt?

      Kauft man Euro Aktien-(CFDs) muss man vom Gewinn einfach 25% Abgeltungssteuer + Soli + Kirchensteuersatz abziehen und das wars.
      Verluste können verrechnet oder vorgetragen werden. Kauf- und Verkaufsgebühren können bei der Gewinn/Verlustermittlung berücksichtigt werden, weitere Werbungskosten sind nicht abziehbar, hier gibt es vor dem BFH aber noch ein anhängiges Verfahren.

      Aber zurück zur Fremdwährung:

      Eigentlich ist hier alles gut beschrieben.
      Dies würd für das ursprüngliche Szenario bedeuten:

      xeem schrieb:

      Am 1.2.2015 wechselt Trader X auf seinem IB Konto 10.000 EUR in USDollar um. Da der EUR/USD-Kurs 1,30 beträgt, weist das US-Dollar-Konto einen Betrag von 13.000 USD auf.
      Am 1.3.2015 kauft Trader X 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 100 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,20.
      Durch das Tauschgeschäft Währung(US-Dollar) in Wirtschaftsgut(Aktie) ist ein Währungsgewinn entstanden der mit dem Einkommenssteuersatz versteuert werden muss.

      Währungsgewinn: ((1/1,30) EUR/USD - (1/1,20) EUR/USD) x 13.000 USD = 833,33 EUR

      xeem schrieb:

      Am 1.4.2015 verkauft Trader X die 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 110 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,25. Das US-Dollar-Konto weist einen Betrag von 14.300 USD auf.
      Durch den Verkauf der Aktien entsteht ein neues Fremdwährungsguthaben das mit dem Einkommenssteuersatz versteuert werden muss.
      In diesem Beispiel ist der Veräußerungsgewinn durch den angestiegenen Wertpapierkurs entstanden, der durch den Währungsverlust gemindert wird.

      Veräußerungsgewinn: ((130 x 110 USD x (1/1,25) EUR/USD) - (130 x 100 USD x (1/1,2) EUR/USD)) = 606,66 EUR

      xeem schrieb:

      Am 1.5.2015 wechselt Trader X die 14.300 USD zurück in Euro. Der EUR/USD-Kurs beträgt 1,15. Das Euro-Konto weist einen Betrag von 12.434,78 EUR auf.
      Hier erfolgt letztendlich ein Währungstausch dessen Gewinn wieder mit dem Einkommenssteuersatz versteuert werden muss.
      Die Fremdwährung wurde angeschaft durch den Verkauf der Aktien und veräüßert durch den Tausch in Euro

      Währungsgewinn: ((1/1,15) EUR/USD - (1/1,25) EUR/USD) x 14.300 USD = 994,78 EUR


      Die Abgeltungssteuer scheint also beim Handel mit Aktien(-CFDs) in Fremdwährung aussen vor zu bleiben.
      Dies würde bedeuten, dass sich in Nicht-Euro Märkten eine höhere Steuerlast ergibt, wenn der persönliche Einkommensteuersatz über dem persönlichen Abgeltungssteuersatz liegt.



      .
    • hotte schrieb:

      Aktien-CDFs unterliegen der Abgeltungssteuer, auch wenn sie auf einem Auslandskonto gehandelt werden.

      Warum sollte die Wahl der Kontowährung daran etwas ändern!?
      Davon bin ich auch immer ausgegangen, scheint aber doch anders zu sein.



      xeem schrieb:

      Am 1.3.2015 kauft Trader X 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 100 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,20.
      Am 1.4.2015 verkauft Trader X die 130 Y-Aktien zum Stück-Preis von 110 USD. Der EUR/USD -Kurs beträgt 1,25. Das US-Dollar-Konto weist einen Betrag von 14.300 USD auf.
      Imho ist hier wie oben kalkuliert ein Veräußerungsgewinn nach § 20 Abs. 2 EStG abzuführen.
      Ich weiß nicht wie man da noch die Abgeltungssteuer mit rein bringen soll. Wäre dann quasi doppelt besteurt, oder wie siehst du das?
    • Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auch tatsächlich so im wahren Leben besteuert wird, wie ich das den Links entnehmen konnte. Maßgeblich zur Besteuerung wäre der ursprüngliche Kurs bei Kontoumstellung im Verhältnis zum Kurs der Auszahlung.

      Also angenommen ich habe ein Konto mit Summe X EUR. Ich wandle am 01.12.2015 in ein USD Konto um und habe dadurch am 01.12.2015 ein 1000$ Konto. Ich handle CFDs und mache 500$ Gewinn. Davon will ich mir 300$ auscashen. Maßgeblich jetzt ist der Auszahlungszeitpunkt zum ursprünglichen Kurswert bei Kontoumstellung. Angenommen der Eur/Usd Kurs hat sich so verändert, dass der EUR Betrag nun mehr wert ist. Dann würde das bedeuten, dass der 300$ Cashout mit dem ursprünglichen Kurs ins Verhältnis zum jetzigen Kurs gesetzt werden müsste. Dem entsprechend kann es sein, dass ich von den 250EUR z.B. 200EUR mit der Abgeltungssteuer versteuere und 50EUR mit meinem persönlichen Steuersatz.

      Ich kann mir NIEMALS vorstellen, dass auch nur ein Finanzbeamter so eine Rechnung durchführt. Ich denke es wird zu 99,9% auf reine Abgeltungssteuer hinauslaufen. 0,01% werden das Pech haben, dass der Finanzbeamte nachrechnet. Aber ganz ehrlich? Dann steht er in der Pflicht mir zu sagen wie viel Steuern ich nachzahlen muss, oder auch nicht. Nach bestem Wissen und Gewissen...
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

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