Trading ist ein ständiger Dialog mit sich selbst

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      Offenkundig bin ich ein schizophrener Psychopath ;) wenn ich mir meine Kommentare und Gedanken zu meinen erkorenen Märkten so anschaue. Heute ist mir aufgefallen, dass ich dort von mir in der Mehrzahl rede, genau wie Gollum halt. Aber der Titel des Beitrags ist ein Zitat des von mir sehr geschätzten Oliver Najjar und möglicherweise erklärt dies das "wir".

      Ich hab noch gar keinen Plan, in welcher Form ich meinen User Blog hier im Forum mit Leben füllen werde, also fange ich einfach mal so an - ganz ohne Struktur. Kann ja später noch Ordnung reinbringen. Jeder ist eingeladen, meine Trades zu kommentieren, zu bewerten und zu hinterfragen.

      Ein schönes Wochenende
      LG Matthias
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    • Feldmann schrieb:

      Hast du bei deinem Trading möglicherweise noch eine kleinere ZE geöffnet?
      Ja, natürlich :) die Bilder sind ja so eine Gesamtübersicht, weil es dabei ja um die Gedanken und eben den folgenden Tradeverlauf ging. Also für den Fall, dass ich wie z.B. heute Vormittag etwas mehr Zeit habe, suche ich nicht nur nach den mittleren und großen GWLs sondern handle auch mal direkt die kleinen intraday. Bzw. versuche ich natürlich auch für die mittleren das Finetuning hinzubekommen. In solchen Fällen nutze ich m10, m5, m1.

      Was ich derzeit direkt übe, ist wie ich den Handel mit dem Job kombiniere. Also wann interessiert mich welche Trendgröße und wann eben nicht. Wie kann ich die notwendige Betreuung laufender Trades oder GWLs sicherstellen etc... das muss ich üben um eine Routine zu entwickeln.

      Anbei der UK100 Intraday-Trade auf m1 mit Stoppverlauf. (Leider wird dies so nicht bei mir als Screenshot abgespeichert, weil der AT auf D1/H1 Screenshots eingestellt ist.)
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    • Hallo Matthias,

      vielen Dank für deine Veröffentlichungen hier. Ich freue mich auf spannende Einblicke. :)

      Eine Nachfrage habe ich zum Trade in Chart "HTi 3": Auf D1 erkennt man auf groß (vermutlich T1) eine schönen Aufwärtstrend, der sich gerade in seiner Korrektur befindet (5*-Lage). Dieser korrektive Abwärtstrend (wohl T2) begann etwa am 10 Juni. Du handelst auf H1 einen Aufwärtstrend (T3?). Überspringst du damit nicht eine Trendgröße (nämlich diese eben genannte der Abwärtskorrektur auf T2)? Gelegentlich komme ich mit den Trendgrößen noch durcheinander. Deswegen würde mich dein Gedankengang wirklich interessieren.

      Beste Grüße
    • Hallo @s.trader,

      vielen Dank für die Nachfrage. Ich versuche mal meine Beweggründe für diesen Trade zu erläutern. Ist nicht ganz einfach wenn es länger her ist.

      Situation zum Zeitpunkt der Eröffnung:
      Bild 1: das grüne Rechteck kennzeichnet die ungefähre Historie bis dahin, welche für mich relevant ist auf D1
      - langfristiger Abwärststrend (rot) wurde Anfang Juni durch einen gegenläufigen Aufwärtstrend (blau) abgelöst
      - der neue Aufwärtstrend befindet sich in der Korrektur in (Phase 4)
      Bild 2: noch immer auf dem D1
      - dem untergeordnet verläuft ein intakter Abwärtstrend (rot) welcher sich aktuell in einer beginnenden Phase 3 befindet bzw. um den entsprechenden P2 herumwackelt.

      Diese kleinste (gerade noch auf dem D1 erkennbare) Trendgröße ist normalerweise meine GWL und ich stufe diese für mich persönlich als den T1 ein. Allerdings bin ich mir regelmäßig unsicher ob dies wirklich der T1 (und übergeordnet der T0) ist. Daher rührt auch die Randbemerkung in dem Screenshot, da steht ja "T0 oder T1 ??? keine Ahnung" und diese Bemerkung bezieht sich auf den blauen Trend auf Bild1.

      Betrachtet man allein diese beiden Trendgrößen nach reiner markttechnischer Lehre, dann würde man hier noch nicht nach einem Long-Setup Ausschau halten, denn der untergeordnete Abwärtstrend ist ja intakt short gerichtet und dieser wäre ja eigentlich die Signal-Lage. Man würde aber auch nicht nach Short-Setups suchen, da ja die entsprechende GWL long ist. Man würde statt dessen den Markt ignorieren und zum nächsten übergehen.

      Dies war also nicht der Grund um auf diesen Markt aufmerksam zu werden. Vielmehr lasse ich mir regelmäßig in meinem Scanner Umkehrstäbe auf D1 und auf H1 als Signal liefern. In diesem Fall zeigte der Scanner in beiden Spalten einen Long-UKS an und allein diese Kombination hat dazu geführt, den Markt auf H1 näher zu untersuchen. Habe daraufhin diese blau-graue Linie freihand eingezeichnet, die mich später daran erinnern soll, was für eine GWL ich mit der Position handeln will, falls ich denn eine eröffnen sollte. Diese Linie nimmt den Wunsch-Verlauf vorweg und dient mir bei der Betreuung eines Trades zur Orientierung. Das macht sich sehr gut, wenn mit dem AT durch die kleinen Zeiteinheiten surft. Ich brauche solche Orientierungen, weil ich sonst ziemlich schnell vergesse, was ich eigentlich mit der Eröffnung bezwecken wollte.

      Bereits beim einzeichnen der Freihand-GWL war mir vollkommen klar, dass diese noch gar nicht existiert sondern sich, wenn überhaupt, in einer grottenschlechten Phase 1 befindet. Wie gesagt, rein markttechnisch ist die Eröffnung geradezu eine Frechheit ;) . Denn als GWL gab es nichts als ein einfaches long 1-2-3 und noch lange keinen Trend. Demzufolge war die Eröffnung der Position ein sogenannter "Frontrunner", steht ja ebenfalls als Bemerkung in dem Screenshot. Und dort steht auch Datum und Uhrzeit des Signals, welches ich zur Planung des Einstiegs in diesen Markt genutzt habe: "25.6. 17:00 H1 LUKS" (also ein Long-Ukmehrstab auf Stunde) und genau dieser Umkehrstab bzw. sein Tiefpunkt kennzeichnet damit auch die Lage des initialen Stopps.

      Die tatsächliche Eröffnung erfolgte aber nicht direkt an dem Umkehrstab, sondern lief folgendemaßen ab: Auf dem H1 Chart hatte sich im weiteren Verlauf Stunden ein kleines Long 1-2-3 herausgebildet. Dieses bildete mein Setup, sprich die entsprechende Stopp-Buy Order legte ich oberhalb dessen P2 und den Stopp auf den P1, da ja der P3 zum Zeitpunkt der Orderaufgabe noch nicht wirklich gültig war. Der P1 dieses kleinen Trends ist zeitgleich das Tief des besagten Umkehrstabes auf Stunde. Ich wurde im weiteren Verlauf also ganz normal eingestoppt. Wie gesagt als Frontrunner. Bzw. habe ich wohl manuell eröffnet nachdem ein Alarm an diesem P2 getriggert wurde. (?)

      Die Tatsache, dass hier Frontrunning betrieben wurde ist nicht gerade vorzeigewürdig, aber es gab noch weitergehende Überlegungen dazu:
      Erstens mal ist natürlich das allerwichtigste das RMM, also die Positionsgröße. Diese muss besonders bei einem solchen Frontrunning entsprechend ungefährlich sein, das betrachte ich als zwingend.
      Zweitens wurde die Position so aufgeteilt, dass bei einem mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Kurslevel eine Teilschließung erfolgt, welche das gesamte Risiko des Trades dadurch eliminiert, dass ein Teilgewinn realisiert wird, der größer als das verbleibende Rest-Risiko ist. Damit ist der Trade ab diesem Zeitpunkt rechnerisch auf Breakeven und sozusagen subventioniert. Ob dies tatsächlich ein statistischer Vorteil ist, kann ich nicht sagen. Aber vorstellen kann ich mir das schon. Jedenfalls rührt meine Anmerkung auf dem Screenshot daher ("Frontrunner Target 1 erreicht").

      Die Limit-Sell Order für zweite Teilposition wurde intraday an einem Pivotpunkt ausgerichtet, der so ungefähr das vorweggenommene Ende des Bewegungsastes der GWL sein könnte (blau-graue Freihandlinie). Diese Teilposition stellt für mich den Kern des Trades dar, also das Hauptziel.

      Oftmals lasse ich aber noch einen minimalen Teil der Position weiterlaufen - wie auch in diesem Fall. Dieser kleine verbleibende Rest kann dann in die nächst höhere Trendgröße überführt werden. Hier zeigt sich aber sehr schön, wie unausgereift mein Handel noch ist, denn eine Überführung in die nächsthöhere Trendgröße macht ja nicht in jedem Fall Sinn. So etwas macht eigentlich erst Sinn, wenn die angestrebte höhere Trendgröße auch tatsächlich existiert oder wenigstens im Verlauf des Trades enstanden ist. Dies war hier eindeutig nicht der Fall. Oliver Najjar würde hier mal wieder fragen: "Was hat du zu deiner Verteidigung zu sagen?" :D Nunja, immerhin habe ich die verbleibende dritte Teilposition nicht als Trendhandel weiterführen wollen, sondern einfach nur Bewegungshandel auf D1 beschlossen. Und auch dort gehen die Überlegungen viel weiter, als aus den Anmerkungen hervorgeht. Zum Beispiel bei der Frage ob und wie ich die Betreuung des Trades gewährleisten kann.

      Was insgesamt aus dem Trade geworden ist, kann man im Bild 3 erkennen. Hänge das der Vollständigkeit halber mit dran. Auf dem Bild 3 hab ich noch mal das kleine 1-2-3 zur Order-Eingabe markiert.

      Nochmals Danke und Gruß
      Matthias
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Matthias ()

    • Hallo Matthias,

      vielen Dank für deine umfassende und detaillierte Antwort! Für mich waren einige interessante Einblicke dabei. Vor allem habe ich erkannt, dass ich mir über einige Dinge nochmal Gedanken machen muss, bevor ich ernsthaft beginne zu handeln. So zum Beispiel das Arbeiten mit Teilverkäufen und der fachlichen Unschärfe. Deine Gedankengänge sind jedenfalls schon/noch? deutlich ausgereifter als meine.

      Schönen Abend noch und bis bald.