Traden und Steuererklärung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • relaxtrader schrieb:

      @hotte, da hast Du sicherlich auch wieder recht, sofern man unterstellt das größere zu versteuernde Gewinnsummen zusammen kommen. Dann ist der Steuersatz von 25% im Vergleich zum Einkommenssteuersatz eher gering und dann machen auch die Nebenkosten für den Datenfeed das Kraut nicht fett.



      Hallo,

      ja so in der Art ist dies kostenseitig zu sehen, soweit ich weiss - ohne Gewähr - war bis zur Einführung der Abgeltungssteuer so Dinge wie Depotgebühr, Software, Konotführung, Datenfeed, etc. als Gegenrechnung möglich. Seit Einführung der Abgeltungssteuer nicht mehr und daher ist es wie immer wer mehr Risikokapital einsetzen kann hat es mit den laufenden Kosten leichter sofern die größeren Positionen psychologisch auch verkraftet werden können (Rumrutschfaktor und so), gilt auch bei Vollautomatik :winki:

      Hier noch ein kurzer Auszug aus einer Internetseite für Geld & Steuern.

      Zitat:
      Welche Kosten werden als Werbungskosten anerkannt? Die meisten Werbungskosten, die im Zusammenhang mit einer Geldanlage entstanden sind, konnten nur bis Ende 2008 steuerlich geltend gemacht werden. Denn mit der Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 werden nur noch wenige Kosten als Werbungskosten akzeptiert, denn das Absetzen der tatsächlich angefallenen Kosten ist seit der Abgeltungssteuer bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr möglich. Bis Ende 2008 konnten zum Beispiel alle folgenden Kosten noch als Werbungskosten angegeben werden:

      -Depotgebühren
      -Schließfachkosten
      -Kosten für Fachliteratur
      -Fahrtkosten und Reisekosten beim Besuch der Bank oder der Hauptversammlung einer AG
      -Beratungshonorare
      -Software für die eigene Verwaltung des Vermögens (Anmerk.: auch Datenfeed)
      -Kontoführungsgebühren
      -Kreditzinsen, wenn Kredit zur Geldanlage genutzt wurde
      -Viele dieser zuvor absetzbaren Kosten sind jedoch seit 2009 nicht mehr als Werbungskosten anzugeben. So sind zum Beispiel Kreditzinsen, Depot- und Beratungsgebühren sowie die Kosten für Fahrten zur Bank, zu einem Anlageseminar oder zur Hauptversammlung ab 2009 nicht mehr absetzbar. Denn laut dem Gesetzgeber sind nun all diese Kosten durch den -Sparer-Freibetrag und die Werbungskostenpauschale abgegolten.

      Trotz des Wegfalls dieser Kosten ist die Abzugsmöglichkeit von Werbungskosten im Zusammenhang mit den Einnahmen aus Kapitalvermögen nicht komplett entfallen. Weiterhin dürfen zum Beispiel Kosten abgesetzt werden, die im Zusammenhang mit dem Handel von Wertpapieren anfallen. Das sind zum Beispiel Limitgebühren, Bankspesen oder auch die für den Börsenmakler zu zahlende Maklercourtage.
      Zitat Ende.

      Quelle: tagesgeld.info/lexikon/werbungskostenpauschale/

      Viel Erfolg.
      Beste Grüße

      Roti ;)
    • Man kann an dieser Stelle festhalten, dass größere Einkommen am meisten von der Abgeltungssteuer profitieren. Die Kleinen hingegen werden hintenherum benachteiligt und sind dabei die Dummen. Gerade die Kleinanleger, die früher Aktiendepots über mehrere Jahre hinweg unangetastet beim Wachsen zuschauten, müssen sich heute die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihrer Börsengeschäfte stellen. Gleiches gilt für Fondssparer. Ein Schelm wer böses hinter der Absicht der Abgeltungssteuer vermutet.

      Auch wenn ich persönlich von der neuen Regelung profitiere, muss ich die Einführung doch hinterfragen. Wenn die Regierung eines mit Sicherheit mit der Abgeltungssteuer erreicht hat, dann, dass sich aus Vermögen heute noch schneller mehr Vermögen generieren lässt und die berühmt berüchtigte Schere weiter auseinander geht. Je nachdem auf welcher Seite man nun steht, kann man darüber lachen oder weinen.

      Am Rande angemerkt bleibt zu sagen, dass die Lobby ihrer "Gemeinde" einen guten Dienst erwiesen hat, wohingegen die Demokratie wieder ein Stück weit mehr ausgehebelt wurde.

      Ach so, falls es noch nicht erwähnt wurde, wenigstens die Brokergebühren sind weiterhin voll absetzbar.
    • Hallo.

      Als ich die StErklärungen noch selbst gemacht habe, hatte ich für ausländische Konten nur eine einzelne Zahl in das Formular eingetragen: Der reine Gewinn aller Trades inkl. aller Kosten. Ich habe also nicht jeden Trade einzeln eingegeben, sondern die GuV aller Trades in einer Summe. In der GuV Berechnung habe ich alles abgezogen bzw. hinzugerechnet (ausl. Steuern, Short Zinsen, +/- Dividenden, Kommsissionen)

      Siehe meinem Screenshot: Traden und Steuererklärung
      In der dortigen Maske kann ich jeden Trade einzeln erfassen. Hab ich aber nicht gemacht, sondern wie gesagt nur eine GuV Gesamtsumme. Als Bemerkung dann noch einen kurzen Kommentar und das wars. Das ganze dann noch untermauert mit den Kontenauszügen der Broker. Damit hatte ich nie Probleme gehabt, mein FA hat das so immer akzeptiert. Kann in anderen Ämtern natürlich anders sein.

      Seit längerem gebe ich aber alles was die StErkl angeht in die Hände eines Steuerberaters.
      Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel. (Bertrand Russell)
      Über das gelebte Leben und das wir vielleicht führen wollten...
      Mein Trading-Blog
    • Glaube nicht, dass es irgendwie problematisch ist. Eine Einkommensteuer ist immer gewinnbasiert und immer nur ein Teil des Gewinns geht an den Fiskus. Würde bei solch einer Rechnung jemand mehr Steuern zahlen, als er Gewinn gemacht hat, dann wird er diese Art von Einkommen nicht länger betreiben - und damit ginge dann auch der Fiskus leer aus. Von daher ist klar, es kann nur immer von einem Teil des Gewinns die Rede sein, egal welcher Art das Einkommen auch immer ist.

      Das folgende Zitat liest sich ja auch nicht gerade beruhigend für diejenigen, die vielleicht verunsichert sind. ;)

      hotte schrieb:

      Das ist eine böse Milchmädchenrechnung!
      Vor der Abgeltungssteuer wurde auf Gewinne der volle Steuersatz (Spitzensteuersatz vor einigen Jahren noch 56%) angerechnet. Das kam zum Arbeitseinkommen ja noch dazu - im Normalfall waren so 50% der Gewinne futsch!

      Wer das erlebt hat, sieht die Abgeltungssteuer als Schonkost an!


      Jeder Gewinn errechnet sich unter Beachtung aller der dazu notwendigen Aufwendungen. Dazu muss man weder Rechtsanwalt noch Steuerberater sein, das liegt in der Natur der Sache. Ich halte das auch nicht für kompliziert, denn kompliziert wird es erst dann wenn man irgendwo eine Wahl hat, welche Variante besser ist. Und die haben wir deutschen im Steuerrecht zwar sehr häufig. Aber dies trifft meist erst bei Über-/Unterschreitung bestimmter Grenzen zu. Wer negative Gewinne = Verluste zu verbuchen hat, da mag es schwieriger sein, diese einkommensmindernd geltend zu machen.

      Ich finde nur, dass es wichtig ist sich darüber im klaren zu sein, dass ein Steuerbescheid der auf der eigenen Erklärung basiert und diese somit akzeptiert, dass dieser Bescheid immer vorbehaltlich einer Nachprüfung ist. Demzufolge muss man im Falle der Nachprüfung in der Lage sein, die Zahlen die man erklärt hat auf schlüssige Weise zu argumentieren/zu belegen. Zur Ermittlung des Gewinns auf einem Tradingkonto sollte aber einfach ein lückenloser Kontoauszug des Tradingkontos für den betreffenden Zeitraum als Beleg ausreichen. Und die Zahlen würde ich in der Erklärung einfach zusammenfassen.
    • Björn schrieb:

      Hallo.
      Als ich die StErklärungen noch selbst gemacht habe, hatte ich für ausländische Konten nur eine einzelne Zahl in das Formular eingetragen: Der reine Gewinn aller Trades inkl. aller Kosten. Ich habe also nicht jeden Trade einzeln eingegeben, sondern die GuV aller Trades in einer Summe. In der GuV Berechnung habe ich alles abgezogen bzw. hinzugerechnet (ausl. Steuern, Short Zinsen, +/- Dividenden, Kommsissionen)


      (I can understand German fairly well, but I am poor at writing. So excuse me for responding in English.)

      Hi! I fail to understand why you submitted all you profits as a sum. If you do that, the Finanzamt will simply charge a 25% Abgeltungsteuer (+Soli) on you, right? Is it suboptimal?

      Germany has signed double taxation agreements (Doppelbesteuerungsabkommen - DBA) with many countries. When you profits are, for example, dividends from the US, you have to pay 15% tax to the US (after you signed W8-BEN). The German Finanzamt should then only charge you an additional 10%, instead of 25%. Moreover, the DBA calculations are different when you invest in different countries. A simple summation cannot be done.

      Could you enlighten me?
    • roywwcheng schrieb:

      Björn schrieb:

      Hallo.
      Als ich die StErklärungen noch selbst gemacht habe, hatte ich für ausländische Konten nur eine einzelne Zahl in das Formular eingetragen: Der reine Gewinn aller Trades inkl. aller Kosten. Ich habe also nicht jeden Trade einzeln eingegeben, sondern die GuV aller Trades in einer Summe. In der GuV Berechnung habe ich alles abgezogen bzw. hinzugerechnet (ausl. Steuern, Short Zinsen, +/- Dividenden, Kommsissionen)


      (I can understand German fairly well, but I am poor at writing. So excuse me for responding in English.)

      Hi! I fail to understand why you submitted all you profits as a sum. If you do that, the Finanzamt will simply charge a 25% Abgeltungsteuer (+Soli) on you, right? Is it suboptimal?

      Germany has signed double taxation agreements (Doppelbesteuerungsabkommen - DBA) with many countries. When you profits are, for example, dividends from the US, you have to pay 15% tax to the US (after you signed W8-BEN). The German Finanzamt should then only charge you an additional 10%, instead of 25%. Moreover, the DBA calculations are different when you invest in different countries. A simple summation cannot be done.

      Could you enlighten me?


      Ich antworte mal auf Deutsch, damit das hier jeder versteht.
      Dass Björn die komplette Summe angibt, ist völlig legitim, denn ich gehe stark davon aus, dass er nicht auf Dividenden spekuliert und daher auch keine Steuern an die USA entrichtet, sondern alles über das deutsche Finanzamt abwickelt. Es werden also bei seinen reinen Trading-Gewinnen keine doppelten Steuern bezahlt.
      Aber es stimmt schon, bei Dividenden wird es kompliziert, denn mehr als 15 % sind in Deutschland nicht anrechenbar und man müsste sich direkt an die Ämter des Landes, wo die Steuern erhoben wurden, wenden, was bei US-Aktien jedoch nicht der Fall ist. Also alles im grünen Bereich.
      Wenn jemand anderer Meinung ist, kann er mich gern korrigieren. Ich bin kein Steuerberater, aber wenn ich meinen Steuerberater richtig verstanden habe, sollte das genau so der Fall sein.
    • Hallo zusammen,

      ich hab mich über die Steuer bezüglich des Tradings mal informieren lassen, in der Steuererklärung ist lediglich der Gewinn/Verlust der Aktiengeschäfte, mit Berücksichtigungen der Ordergebühren anzugeben.
      Auch ein Währungsgewinn bzw. -verlust kann angegeben werden, da es sich hierbei auch um ein Spekulationsgeschäft EUR/USD handelt.

      Brokerzinsen und ähnliche Werbungskosten wie Kosten für die Software oder den Datenfeed sind nicht (mehr) absetzbar.

      Jedenfalls wurde es mir so erklärt, wenn jemand etwas anderes weiß, kann er es gerne richtigstellen :)
      „Die Märkte haben nie unrecht, die Menschen oft.”
      (Jesse Livermore)
    • @HansGlueck

      wenn man ständig mehrere Aktien im Portfolio hat, dann bekommt man hin und wieder auch Dividenden, oder man zahlt welche :)
      Diese Gewinne werden mit 15 % in den USA versteuert.
      Die Summe gibst du einfach in der Steuererklärung an und das deutsche Finanzamt verlangt von dir noch die Abgeltungssteuer,
      jedoch werden die 15% mit angerechnet, so dass du am Schluss auf deine Gewinne nicht mehr zahlen musst als sonst auch.
      „Die Märkte haben nie unrecht, die Menschen oft.”
      (Jesse Livermore)
    • Ja, richtig. Mein Beitrag oben war im Nachhinein nicht ganz korrekt. Natürlich fallen bei Björn zwangsläufig durch die Haltedauer Dividenden an. Diese werden dann in den USA versteuert und müssen in Deutschland angegeben werden, um korrekt angerechnet zu werden.
    • Die Steuererklärung für 2015 steht bald wieder ins Haus, wie bei euch vielleicht auch.
      Schön, dass man fast immer von der Versteuerung eines Gewinns spricht - im letzen Jahr gab es mal einen Verlust und dann auch noch mit neuen Konto.

      Dennoch, die Steuer muss gemacht werden - da ich mich jetzt auch mit den Kontoauszügen von IB / Captrader rumschlagen muss, wollte ich nochmal nach euren Erfahrungswerten fragen.
      Die Umsatzübersicht ist ja eigentlich ziemlich gut gegliedert, für mich stellt sich jedoch die Frage

      1. was brauche ich für die Steuererklärung?
      2. was muss in welcher Zeile der Anlage KAP angegeben werden?

      Da es hier ja viele gibt, die sich damit beschäftigt haben oder auch wieder müssen hier mal die Übersicht (Kontoverwaltungsseite -> Berichte -> Aktivität -> Kontoauszüge)



      Wenn ich das richtig verstanden habe, macht es Sinn in der Steuererklärung die einzelnen Trades mit den entsprechenden Ergebnissen aufzulisten ;

      Die Auflistung der einzelnen Trades findet man in der Umsatzübersicht unter "Trades" (Netto-Gewinn/Verlust // Brutto-Gewinn/Verlust)
      Die realisierten G/V und die unrealisierten G/V findet man in der Spalte "Realized & Unrealized Performance Summary" -> hier ist alles schön nach "Anlageklassen" zusammengefasst.

      Die Übersicht "Realized & Unrealized Performance Summary" scheint aus meiner Sicht am besten für das Finanzamt zu sein. Ich hab die Daten mal in eine Exceltabelle übernommen.



      Frage: In der Performance werden die Ordergebühren mit eingerechnet -> dadurch wird der Verlust vergrößert; Scheint praktisch gut für mich zu sein, weil damit ein eventueller Verlustvortrag höher ausfällt aber ob das rechtlich ok ist?!

      Mir ist klar, dass es hier keine Steuerberatung gibt, aber mit dem Thema müssen sich ja hier auch bestimmt einige immer auseinandersetzen und sind teilweise am Verzweifeln mit diesen Abrechnungen. Das größte Problem ist ja die "Übersetzung" der Umsatzübersicht von IB in die Anlage KAP, sodass es für das Finanzamt sinnvoll und übernahmefähig ist. Mit der Übersicht die IB/Cap anbietet kann man ziemlich viel filtern.
      Klar kann man einfach den Kontoauszug beilegen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass mann dann weiteren Schriftverkehr hat schein recht groß, wenn man die Beiträge hier und im Internet liest.
    • 1. Die Abrechnung von Captrader als PDF ausgedruckt sollte ausreichen.
      2. Der tatsächliche Gewinn/Verlust in Summe aus Kapitalertrag etc. (Captrader Abrechnung -> Realisiert -> Total -> Total (All Assets)
      3. Transaktionskosten sind im Gewinnfall abzugsfähig und daher sollte es beim Verlust ebenfalls keine Probleme geben, wenn man diese abzieht. Ich sehe da kein Problem und würde Sie nicht herausrechnen.
      Wie handelt man denn nun am besten an der Börse?

      Hmm... am besten profitabel :)

      ___________________________________________
      www.boersenlehrling.de